Themenbereich 6

Tabak

Wie ist die Einstellung von Lernenden zu Tabak? Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu jugendlichem Tabakkonsum, eine Übersicht über die verschiedenen Varianten von Tabak und seine Effekte im Körper. Ausserdem gibt es Hilfestellungen zum Umgang mit Tabak am Arbeitsplatz.

Tabak Apprentice

SmokeFree – Ich bin stärker

Informationen zum Tabak- und Nikotinkonsum von Jugendlichen

Wie oft rauchen Jugendliche?
Zwischen 2018 und 2022 ist der Konsum konventioneller Zigaretten bei 15 Jährigen stabil geblieben, während er sich bei den 13 Jährigen fast verdoppelt hat. Die grosse Mehrheit der 13- bis 15-jährigen Jugendlichen raucht keine Zigaretten. Eine kleine Minderheit von 3% der 15-Jährigen raucht jeden Tag. Unter den 15- Jährigen, die in den letzten 30 Tagen konventionelle Zigaretten geraucht haben, rauchten die meisten auch elektronische Zigaretten. 

Wie viele Jugendliche dampfen? 
Etwa ein Drittel der 14-Jährigen und etwas mehr als 40% der 15-Jährigen haben mindestens einmal in ihrem Leben gedampft (Stand 2022). Bei den 15-Jährigen hat ein Viertel der Jungen und Mädchen in den letzten 30 Tagen eine elektronische Zigarette benutzt, mehr als ein Drittel davon an einem oder zwei Tagen. Der Anteil der 15-Jährigen, die an mindestens 10 der letzten 30 Tagen elektronische Zigaretten benutzt haben, liegt bei etwa 7%. Dieser Anteil ist seit 2018 stark angestiegen.
Sie haben dies hauptsächlich aus Neugier gemacht oder weil sie das Dampfen mögen. Für viele bleibt es eine einmalige Erfahrung. Allerdings nannten 15 % der 15-jährigen Konsumentinnen und Konsumenten «um weniger herkömmliche Zigaretten zu rauchen, um aufzuhören», was auf ein regelmässiges Rauchverhalten hindeutet.

Weshalb rauchen Jugendliche?
In der Pubertät sind bestimmte Zonen im Gehirn, die für die Regulierung der Emotionen und Impulse verantwortlich sind, noch in Entwicklung. Die Jugendlichen sind dementsprechend schlechter ausgerüstet, um sich selbst zu kontrollieren. Weshalb sie tendenziell das Vergnügen, das ein bestimmtes Verhalten auslöst, höher einschätzen als das Risiko, das dieses Verhalten mit sich bringen kann. 
Die Pubertät ist zudem eine Phase der Entdeckungen und der Risikofreude. Man ist neugierig, will neue Erfahrungen machen, Regeln hinterfragen und seine Unabhängigkeit ausweiten. In dieser Zeit der Identitätsfindung sind Jugendliche auf der Suche nach Idolen und dementsprechend empfänglich für das Marketing der Tabakindustrie. 
Als Konsumgründe geben sie folgende an: Zigaretten reduzieren Stress, sie mögen den Geruch, aus Gewohnheit. Letzterer kann auf das Bewusstsein einer möglichen Abhängigkeit hindeuten. 

Tabakkonsum in der Pubertät: Was sind die Risiken? 
Die grosse Mehrheit der rauchenden Erwachsenen hat mit dem Rauchen vor dem 21. Lebensjahr begonnen. Hat man bis dahin nicht mit Rauchen begonnen, sinkt die Wahrscheinlichkeit, überhaupt damit zu beginnen. Zudem steigt das Risiko, abhängig zu werden, je früher man mit dem Rauchen beginnt. Dies, weil Gehirn und Körper noch in voller Entwicklung sind, was die Jugendlichen physisch sowie psychisch anfälliger macht. Es besteht daher auch das Risiko, dass sie durch den frühen Beginn länger rauchen. 

Herkömmliche Zigaretten, E-Zigaretten, Tabakprodukte zum Erhitzen: Was sind die Unterschiede? 
Alle Produkte enthalten Nikotin (ausser E-Zigaretten ohne Nikotin) und können dementsprechend abhängig machen. 
Nach heutigem Wissensstand sind E-Zigaretten weniger schädlich für die Gesundheit als herkömmliche Zigaretten. Die langfristigen Folgen sind jedoch noch unbekannt. Man weiss indes schon heute, dass der Dampf auch krebserregende Substanzen enthält, wenn auch in geringeren Mengen als herkömmliche Zigaretten. 
In den letzten Jahren kamen mehrere neue Produkte auf den Markt, um dem immer kleiner werdenden Absatz herkömmlicher Zigaretten entgegenzuwirken. Diese «heat not burn»- Produkte gilt es von den E-Zigaretten zu unterscheiden. Nach Angaben der Produzenten gibt der erhitzte Tabak weniger Schadstoffe ab, als wenn er verbrannt wird. Unabhängige Studien können diese Angaben jedoch nicht bestätigen und sprechen von einer ähnlichen Schadstoffemission wie bei herkömmlichen Zigaretten. Zudem können bei einigen dieser Substanzen schon kleine Mengen einen gesundheitsschädigenden Einfluss haben. «Weniger schädliche Substanzen» bedeutet insofern noch lange nicht weniger Risiken!

E-Zigaretten: Ein besonderes Risiko für Jugendliche? 
Eine neue Generation von E-Zigaretten erobert seit einiger Zeit den Markt: Verdampfer mit Nikotinsalz, Einweg-E-Zigaretten etc.. Diese Vaping-Geräte, die einem USB-Stick gleichen und attraktive Geschmacksrichtungen anbieten, scheinen auf den ersten Blick eher harmlos. Nichtsdestotrotz wird mit ihnen das Nikotin noch «besser» vom Körper absorbiert als mit den E-Zigaretten der ersten Generation. Was dazu führt, dass sich schneller eine Abhängigkeit entwickeln kann. 
Zielpublikum dieser Produkte sind die Jugendlichen. Und wie schon weiter oben ausgeführt, sind sie am gefährdetsten, wenn es um das Risiko einer Abhängigkeitsentwicklung geht. 

Rechtlicher Rahmen 
Verkauf von Tabakprodukten und elektronischen Zigaretten: Derzeit haben fast alle Schweizer Kantone ein Mindestalter für den Verkauf von Tabakprodukte festgelegt (18 oder 16 Jahre). Viele haben auch Vorkehrungen für ein Verkaufsverbot von elektronischen Zigaretten an Minderjährige getroffen. Mit dem neuen Tabakprodukte Gesetz (TabPG) und der Verordnung über Tabakprodukte und elektronische Zigaretten wird der Verkauf von Tabakwaren und elektronischen Zigaretten an Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Das Gesetz und die Verordnung treten im Sommer 2024 in Kraft (Stand 2023). Werbung von Tabak- und Nikotinprodukten: Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern sind Tabakwerbung und die Unterstützung von sportlichen und kulturellen Anlässen durch die Tabakindustrie weit verbreitet. Einige Kantone haben strengere rechtliche Auflagen entwickelt, wie zum Beispiel das Verbot von Tabakwerbung im öffentlichen Raum. Das neue Gesetz über Tabakprodukte und elektronische Zigaretten wird deren Werbung auf Plakaten, in Kinos, auf Sportplätzen, in und auf öffentlichen Gebäuden und Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs verbieten. Werbung, die sich an Minderjährige richtet, wird verboten. Das Sponsoring von Veranstaltungen, die sich an Jugendliche richten oder international ausgerichtet sind, ist ebenfalls verboten. Nach der Annahme der Volksinitiative «Ja zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Tabakwerbung» muss das Tabakproduktegesetz revidiert werden und Tabakwerbung muss überall dort verboten werden, wo sie Minderjährige erreichen kann.

Weiterführende Informationen:

Tabakprävention: Was kann eine Firma beitragen?

Das Gesetz respektieren
Dies scheint selbstverständlich, doch noch immer gibt es noch Unternehmen, die das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen nicht respektieren. Das Gesetz schreibt vor, dass jeder geschlossene Raum, in dem mehr als eine Person arbeitet, rauchfrei sein muss. Auch Kantinen, Gänge, Sitzungszimmer und Geschäftsautos sind davon nicht ausgenommen. Der Arbeitgeber ist für die Einhaltung des Gesetzes in seinen Räumen verantwortlich. 
Einige Kantone haben Regeln erlassen, die auch vor den Dämpfen von elektronischen Zigaretten oder erhitztem Tabak schützen.

Klare Regeln aufstellen
Jedes Unternehmen kann zusätzlich selbst weitere Regeln festlegen. Es kann beispielsweise alle Räume, auch Einzelbüros, im Unternehmen als rauch- oder dampffrei deklarieren. Wichtig ist, dass die gleichen Regeln für alle gelten und kein Unterschied zwischen Lernenden und ausgebildeten Mitarbeitenden besteht. Die Verordnung zum Schutz vor Passivrauchen wurde angepasst und nun explizit auf elektronische Zigaretten und zu erhitzende Tabakerzeugnisse ausgeweitet. Sie soll zeitgleich mit dem TabPG in Kraft treten.

Tabakkonsum nicht banalisieren
Indem klar über die Regeln zum Tabakkonsum kommuniziert wird, entsteht eine starke Botschaft: Um die Gesundheit der Arbeitnehmenden zu schützen, wird Rauchen oder Dampfen am Arbeitsplatz nicht toleriert. Der Arbeitsort sowie das Verhalten der anderen Mitarbeitenden werden somit zu «positiven Beispielen» für die Lernenden. 

Einen Schritt weitergehen
Mitarbeitende beim Rauchstopp unterstützen.

Weiterführende Informationen:

Unterstützung beim Rauchstopp

Ein Rauchstopp kann sich schwierig gestalten. Sich über Online-Tools oder eine Fachperson helfen zu lassen, erhöht die Chancen auf Erfolg. Ob für Sie selbst oder für die Lernenden in Ihrem Betrieb gibt es diverse Unterstützungsmöglichkeiten.

  • Stop-Smoking-App: Sie erhalten Follow-up-Nachrichten, als würde Sie ein Coach begleiten. Sie können auf einen Blick Ihre Erfolge verfolgen.
  • Rauchstopp-Linie: Profis für den Rauchstopp beantworten Fragen und unterstützen die Jugendlichen. Der erste Anruf wird zum Normaltarif aufs Festnetz verrechnet, alle weiteren Telefonate sind gratis. 0848 000 181 (werktags von 11h bis 19h)
  • SafeZone: Safezone ist ein Online-Portal, welches kostenlos und anonym Beratung bei Sucht- und Konsumproblemen anbietet. 
  • Unternehmen «rauchfrei»: Dieser Rauchstopp-Kurs im Gruppensetting innerhalb eines Unternehmens wird professionell, mit wissenschaftlichen Methoden und nachhaltig begleitet. 
Weiterbildungsangebote

Möchten Sie sich im Bereich Tabakprävention in Unternehmen weiterbilden?

  • Prev@WORK:Prev@WORK ist ein Präventionsangebot für Lernende, welches Suchtprävention (Alkohol, Tabak, Cannabis, Geldspiel, etc.) sowie Förderung der psychischen Gesundheit vereint. Sucht Schweiz bildet Multiplikatoren und Multiplikatorinnen aus, die zertifiziert werden, um Prev@WORK Präventionsseminare für Lernende anzubieten. Auch Weiterbildungen und Schulungen für Berufsbildner und Berufsbildnerinnen sind möglich.    
  • Tabakprävention in Unternehmen: Lassen Sie sich begleiten, um in Ihrer Firma massgeschneiderte Präventionsstrategien und Rauchregelungen einzuführen. 
Wie Lernende beim Rauchstopp unterstützen?

Sie haben erfahren, dass Lernende, die Sie betreuen, mit Rauchen begonnen haben. Was sollten Sie tun, und was sollten Sie lassen? Die Jugendlichen mit Bildern von Lungenkrebs bombardieren? Sie bestrafen oder die Eltern kontaktieren? Oder im Gegenteil die Augen verschliessen und hoffen, dass es sich nur um eine Phase handelt?

Es ist nicht immer einfach, zu wissen, was man in einer solchen Situation am besten machen soll. Hier finden Sie ein paar Ideen.

Ansprechen!
Zögern Sie nicht, das Thema mit Ihren Lernenden anzusprechen. Stellen Sie Fragen zum Konsumverhalten: Weshalb hast du mit dem Rauchen begonnen? Seit wann rauchst du? Was bringt es dir? Hören Sie gut und interessiert zu, ohne darüber zu urteilen. 

Mit dem oder der Jugendlichen darüber zu sprechen, kann dabei helfen, über tieferliegende Probleme zu reden, die allenfalls am Anfang des Tabakkonsums standen. 

Unterstützen Sie Lernende dabei, über ihr Konsumverhalten nachzudenken 
Mit dem Rauchen aufzuhören, ist meistens ein langer Prozess. Rauchende sind häufig ambivalent gegenüber ihrem Konsum: Sie sehen darin viele Nachteile, aber auch Vorteile. Einen Rauchstopp mit Zwang durchsetzen zu wollen, bringt deshalb nichts. Rauchende müssen selbst dazu bereit sein. 
Sich mit den Jugendlichen darüber auszutauschen, hilft ihnen, ihr Konsumverhalten klarer zu sehen. Hilfreich ist, sie dazu zu motivieren die Pros (Geld sparen, fitter werden usw.) und Cons (Zunehmen, Angst, Stress usw.) aufzulisten und abzuwägen. Dank dieser «Entscheidungswaage» wird für sie ersichtlich, welche Seite zurzeit überwiegt und wo die Hindernisse sind. 

Begleiten Sie die Jugendlichen, indem Sie ihre Motivation stärken und ihr Tempo akzeptieren. Und vergessen Sie dabei nicht, dass es normal ist, dass Jugendliche ihre Meinung hin und wieder ändern. Unterstützen Sie sie, Vertrauen in sich selbst zu haben: Ein gutes Selbstwertgefühl ist ein wichtiger Schutzfaktor, wenn es um risikohafte Verhaltensweisen geht. 

Die Vorteile hervorheben
Unterstreichen Sie die Vorteile, die mit einem Rauchstopp einhergehen. Die bessere Gesundheit ist nur einer davon und für Jugendliche meistens nicht das Wichtigste: Geld für etwas anderes zur Verfügung haben, besser riechen, weissere Zähne, eine bessere Kondition, sich freier fühlen usw. 

Ratschläge für den Rauchstopp 
Vor dem Aufhören: 

  • Ein Rauchtagebuch führen. Jede gerauchte Zigarette darin vermerken und die Umstände, unter denen der Konsum stattgefunden hat. Weshalb wurde genau in diesem Moment geraucht? Und wie kann diese Situation in Zukunft vermieden werden?
  • Was kann anstelle einer Zigarette gemacht werden?
  • Jeden Etappensieg feiern (bspw. nach einer rauchfreien Woche).
  • Ein Datum für den Stopp festlegen.

Wenn gewünscht, andere Personen über das Vorhaben informieren.

Nach dem Rauchstopp:

  • Am ersten Tag alle Raucherutensilien wegwerfen. 
  • In den ersten Tagen schwierigen Situationen ausweichen und sein Umfeld bitten, nicht im Beisein zu rauchen. 
  • Die starke Lust zu rauchen dauert etwa zwei Minuten. Für diese Zeit müssen Ablenkungsstrategien bereitstehen: Ein Glas Wasser trinken, sich bewegen, einen Apfel essen, sich mit etwas anderem ablenken, das Spass macht.

Bestehende Hilfsangebote: stopsmoking.ch oder Rauchstopp-Apps
Und wenn es nicht gleich beim ersten Mal klappt, ist das nicht so schlimm. Jeder Versuch führt näher zum Ziel und hilft, seine Strategien zu verbessern.

Zusammen aufhören
Gemeinsam geht es einfacher! Wenn mehrere Personen gleichzeitig vorhaben, mit dem Rauchen aufzuhören, weshalb als Unternehmen nicht ein Coaching für sie organisieren?

Und wenn ich selbst rauche? 
Sprechen Sie dies mit den Jugendlichen an. Das Teilen der eigenen Erfahrungen kann Sie in den Augen der Lernenden sogar glaubwürdiger machen: Berichten Sie von Ihren Versuchen, damit aufzuhören, oder Ihren gemischten Gefühlen dem Rauchen gegenüber. Auch wenn Sie selbst rauchen, können Sie die Jugendlichen beim Aufhören unterstützen oder ihnen davon abraten, damit anzufangen. Sie haben auch eine Vorbildfunktion, und deshalb ist es empfehlenswert, nicht vor bzw. mit den Lernenden zu rauchen. 

Weiterführende Informationen:

  • stopsmoking.ch: Stopsmoking gibt Tipps, Tricks und Tools mit an die Hand, um mit dem Rauchen aufzuhören. 
Nationale und Kantonale Regulierungen bei Tabak

Tabak verursacht jährlich 9'500 Todesfälle (BAG Webseite Tabak). Eine Reduktion des Tabakkonsums ist daher Ziel der Gesundheitspolitik von Bund und Kantonen. Die legalen Rahmenbedingungen sind wichtig, um den Konsum zu vermindern.

Es gibt einige nationale Gesetze (u.a. Schutz vor Passivrauchen; Werbeverbot für Tabak im Fernsehen und Radio; Tabakbesteuerung; Warnhinweise), die die Kantone umsetzen. Zudem erlassen die Kantone auch eigene Gesetze wie Abgabeverbote von Tabakwaren für Jugendliche, Werbeeinschränkungen und Schutzbestimmungen zu Passivrauchen in Gastronomiebetrieben. Diese Regulierungen zeigen verschiedene Ansatzpunkte bei der Tabakprävention: den Schutz der Kinder und Jugendlichen vor dem Einstieg, Anreize für den Rauchstopp dank Werbeverboten und Verkaufseinschränkungen sowie den Schutz vor dem Passivrauchen für Besucherinnen und Besucher und insbesondere Angestellte in der Gastronomie.1

Weiterführende Informationen:

Tabak und Nikotin: Richtig oder falsch?

Wissenswerte Informationen für Jugendliche über Tabak:                                                            

Die Mehrheit der Jugendlichen raucht.
Falsch! Die meisten Jugendlichen rauchen nicht. Bei einer Befragung antworteten 80% der 15-Jährigen mit «Nein» auf diese Frage.
                                                        
Zieht man den Rauch nicht bis in die Lunge, ist Rauchen nicht schädlich. 
Falsch. Rauchen, auch ohne «Lungenzug», ist gefährlich für die Gesundheit. Der Rauch kann den Hals und den Mund reizen. Das Risiko für eine Krebs- oder Herzkrankheit erhöht sich.  

Rauchen entspannt mich.
Es ist kompliziert … Dass man sich nach dem Rauchen entspannter fühlt als vorher, liegt daran, dass der Körper ein Verlangen nach Nikotin hatte und dies durch die Zigarette gestillt wurde. Nach dem Rauchen ist man also einen Moment lang entspannt. Die Lust nach der nächsten Zigarette kommt aber bestimmt, und der Stress ist vorprogrammiert. Das Nikotin löst im Gehirn Glücksstoffe aus, und nach diesem Gefühl kann man süchtig werden. Nur nebenbei: Sport oder Tanzen lösen die gleichen Glücksgefühle im Körper aus.  

Irgendwann sterben ja alle …
Im Durchschnitt leben Raucherinnen und Raucher acht Jahre weniger. Die durch das Rauchen ausgelösten Krankheiten sind langwierig und schmerzhaft. Man hat die Wahl …   
     
E-Zigaretten sind weniger schädlich für die Gesundheit als normale Zigaretten.
Richtig. Nach heutigem Wissensstand sind sie weniger schädlich. Da man aber die Langzeitfolgen noch nicht kennt, bleibt man besser vorsichtig im Umgang damit, da auch sie giftige Inhaltsstoffe enthalten. 

Nikotin macht sehr schnell süchtig. 
Richtig. Nikotin ist eine sehr schnell süchtig machende Substanz. Schon nach einigen Wochen kann man davon süchtig werden. 

Shishas sind weniger gefährlich als Zigaretten.
Falsch. Obschon Shishas im Vergleich zu Zigaretten gut riechen, sind sie mindestens so schädlich wie diese. Das Wasser filtert nämlich nur geringe Mengen an schädlichen Substanzen. Zudem enthält der Shisha-Tabak auch Nikotin, was bekanntlich schnell süchtig machen kann. 

Viele Raucherinnen und Raucher würden gerne mit Rauchen aufhören. 
Richtig. Jede dritte Person, die raucht, möchte in den nächsten sechs Monaten mit dem Rauchen aufhören. Viele wünschten sich sicher, nie damit angefangen zu haben. 

Wenn ich nur selten rauche, kann ich aufhören, wann ich will!
Falsch. Alle Menschen reagieren unterschiedlich auf das Rauchen. Auch wenn man nur hin und wieder eine Zigarette raucht, kann man schneller, als einem lieb ist, davon abhängig werden. 

Wenn ich aufhöre, werde ich zunehmen.
Ja und Nein. Auch hier gilt: Alle sind anders. Einige nehmen zu und andere nicht. Rauchen benötigt Energie und kann somit zur Gewichtsabnahme führen. Hört man auf zu rauchen, kann es deshalb sein, dass man wieder zum Ausgangsgewicht zurückkehrt. Manche Menschen haben auch mehr Lust zu essen, nachdem sie mit dem Rauchen aufgehört haben. Falls diese Vorstellung Sorgen bereitet, sollte man nach dem Rauchstopp ein bisschen mehr Sport treiben, und schon hat man das Gewicht im Griff. 

Weiterführende Informationen:

  • Flyer Tabak: Informationen für Jugendliche über die Wirkung und die Risiken des Zigarettenkonsums
  • Flyer E-Zigarette: Informationen für Jugendliche über E-Zigaretten und die damit verbundenen Risiken 
  • Flyer Shisha, Snus & Co: Informationen für Jugendliche über die mit Shisha, Snus und Schnupftabak verbundenen Risiken
«Neue Formen» des Rauchens: (Einweg-)E-Zigaretten / Vapes und Tabakprodukte zum Erhitzen

Während der Zigarettenkonsum leicht zurückgeht, werden mehr alternative Produkte konsumiert (siehe BAG). Laut der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) rauchten 2022 noch immer ein Viertel der Personen über 15 Jahren in der Schweiz. Neue Tabak- und Nikotinprodukte nehmen zu. Produkte wie unter anderen die Einweg-E-Zigaretten (Vapes, Puffs), welche gerade den Schweizer Markt überfluten, sprechen vor allem ein junges (und minderjähriges) Publikum an (siehe at Schweiz). 

Bei Jugendlichen wächst die Beliebtheit der Einweg-E-Zigaretten (Vapes, Puffs) und deren Konsum breitet sich in einem besorgniserregenden Masse aus, wie neueste Studien zeigen. Denn Vapes sind bunt, bieten eine Fülle an ansprechenden Aromen, werden mit hipper Werbung beworben, sind sehr einfach erhältlich und im Vergleich zur herkömmlichen Zigarette sehr günstig. Jedoch weisen sie grosse Risiken bezüglich gesundheitlicher Auswirkungen, Suchtpotential und Umweltbelastung auf.

«Neue Formen» des Rauchens: Produkte

  • Produkte: Informationen zu den verschiedenen Produkten von der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz
  • Neue elektronische Produkte: Informationen zu neuen elektronischen Produkten von stopsmoking.ch

Einweg-E-Zigaretten / Vapes

Tabakprodukte zum Erhitzen

Daten und Zahlen  

  • Daten & Zahlen zum Tabakkonsum (u.a. unter Jugendlichen) in der Schweiz von der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz
  • Zahlen und Fakten zu den neuen nikotinhaltigen Produkten, sowie weitere Informationen dazu von Sucht Schweiz

Rauchstopp 

  • Rauchstopp-Programm: Mit dem Rauchen aufhören: So geht’s! Infos und Tipps für Jugendliche von feel-ok
  • Rauchfrei werden : ready4life, die interaktive Coaching-App der Lungenliga für Jugendlichen u.a. mit Informationen zu Tabak und Nikotin und dem Zusatztool: Rauchfrei werden
  • Rauchstopp - Ich höre auf: Tipps und Tricks, um mit dem Rauchen aufzuhören von stopsmoking.ch
FAQ

Häufig gestellte Fragen von Fachpersonen von Sucht Schweiz beantwortet.

Warum fangen Jugendliche mit dem Rauchen an?
Die Gründe dafür sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Manchmal denken Jugendliche, dass sehr viele Gleichaltrige rauchen und das kann dazu führen, dass sie es ihnen gleich tun. Auch die Werbung, die Bilder, die sie transportiert, kann dazu anregen, so sein zu wollen wie die Modelle, die sie zeigt.  Manche Jugendliche brauchen Tabakprodukte, um sich ruhiger zu fühlen. Auch die Eltern oder andere Nahestehende spielen als Modelle eine Rolle. 

Was kann eine Firma für die Tabakprävention tun? Gerade auch für die Lernenden? 
Allgemeine Massnahmen zur Förderung der Gesundheit sind ein guter Anfang. Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin ist für die Jugendlichen auch ein Vorbild, es ist wichtig, sich dessen bewusst zu sein. Eine Firma zu einer «Rauchfreien Firma» zu machen, schützt alle Mitarbeitenden vor Passivrauch. Eine Idee wäre, im Rahmen des internationalen Tages des Nichtrauchens, am 31. Mai, eine kleine Veranstaltung zu planen, die generell das Wohlbefinden in der Firma stärkt.

Wie kann ich als Berufsbildnerin meine Lernenden beim Aufhören/Rauchstopp unterstützen. Was kann ich ihnen raten, wenn sie sagen, rauchen entspanne sie? Sie sagen auch, dass sie nur ab und zu rauchen, das sei nicht so schlimm… 
Am wichtigsten sind Ermutigung und Begleitung! Sie können Ihre Sorge ausdrücken und Gespräche suchen, die bei den Lernenden eine kritische Auseinandersetzung anregen und Fragen aufwerfen.
Versichern Sie sich, dass die Lernenden wissen, dass auch ab und zu rauchen schädlich ist und dass sich eine Abhängigkeit rasch einstellen kann. Wenn die Lernenden zum Beispiel sportlich sind, wird auch gelegentliches Rauchen ihre Leistung beeinträchtigen. Versuchen Sie auch zu verstehen, was die Lernenden zum Rauchen bewegt. Sie können mit ihnen darüber sprechen, welche Ideen sie haben, dafür andere «Antworten» auf diese Motive zu finden. 
Beim Motiv «Rauchen entspanne», das die Lernenden angeben, ist es wichtig, dass sie wissen: Das Gefühl der Entspannung beim Rauchen kommt oft daher, dass Entzugssymptome gelindert werden. Von Nikotin kann man sehr schnell abhängig werden. Auch wenn sie sagen, dass sie «nur ab und zu» rauchen, kann es sein, dass sie schon abhängig sind. 
Um sich ohne Rauchen entspannen zu können, ist es wichtig, individuelle Möglichkeiten zu finden. Ganz allgemein ist es so, dass bei manchen Menschen eher Aktivität hilft, um sich zu entspannen, bei anderen helfen eher Entspannungstechniken oder Ähnliches. Die Palette der möglicherweise hilfreichen Dinge reicht also von Sport über kreative Betätigung bis hin zu autogenem Training.

Feel-ok.ch ist eine gute Website, auf der sich Jugendliche informieren können und dazu angeregt werden, sich Fragen zu ihrem Konsum zu stellen. Es kann sein, dass die Lernenden nicht rasch einlenken. Bleiben Sie «dran». Suchen Sie bei guten Gelegenheiten immer mal wieder das Gespräch.

Falls die Lernenden das Rauchen aufgeben wollen, finden sie auf der Website von feel-ok oder auf stopsmoking.ch Tipps dazu.

  • feel-ok.ch: Informationen zum Thema Tabak und Anregung zur Reflexion des eigenen Konsums für Jugendliche. 
  • stopsmoking.ch: Stopsmoking gibt Tipps, Tricks und Tools mit an die Hand, um mit dem Rauchen aufzuhören. 

In unserem Team hat es einige erwachsene Raucher*innen. Ich selbst rauche auch… Wie sollen wir im Hinblick auf die Lernenden damit umgehen? Mir scheint, manche Jugendliche finden es «cool», dass wir rauchen… 
Es ist gut, dass Sie sich diese Frage stellen. Erwachsene sind auch Vorbilder! 
Wenn man selbst konsumiert, ist es wichtig, dass die Jugendlichen merken, dass man sich selbst kritisch damit auseinandersetzt. Offenheit ist wichtig. Auch Gespräche über die Gründe, warum man mit dem Rauchen angefangen hat oder über eigene Rauchstoppversuche können dazu gehören. Wichtig ist auch, dass man bezüglich des Konsums eine klare Haltung vertritt, auch wenn man selbst konsumiert: Man möchte, dass die Lernenden NICHT konsumieren. 
Selbstverständlich sollten die erwachsenen Raucher:innen den Jugendlichen keine Tabakwaren abgeben. Und es wäre auch wichtig, dass Erwachsene nicht MIT den Jugendlichen rauchen, weil das ihnen den Eindruck vermittelt, dass sie deren Rauchen akzeptieren.

Die Inhalte zum Thema Tabak entstanden in Zusammenarbeit mit Sucht Schweiz.